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Islamiq: „Religionsvertreter begrüßen Maßnahmen gegen Rassismus“

26. November 2020

„Die Plakataktion des Bundesinnenministeriums ‚Vermisst‘ schafft Vorurteile und schürt Ängste gegenüber Muslimen. Das Ministerium sollte ihre Ressourcen und Mittel vielmehr für die Aufklärung des NSU-Skandals aufwenden“, so der Vorsitzende des Islamrats für die Bundesrepublik Deutschland, Ali Kızılkaya, anlässlich der am Freitag (24. August 2012) vorgestellten Plakataktion des Bundesinnenministeriums, die im Rahmen der „Initiative Sicherheitspartnerschaft“ initiiert wurde. Kızılkaya weiter:

„Auf großflächigen Plakaten suchen das Bundesinnenministerium und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge nach Muslimen, die in die Hände ‚religiöser Fanatiker und Terrorgruppen‘ abgedriftet sind. Die Bevölkerung wird aufgerufen sich bei einer Beratungsstelle zu melden, wenn Menschen aus ihrem Umfeld ebenfalls betroffen sind.

Das ist ein Ergebnis der vom Bundesinnenministerium initiierten Sicherheitspartnerschaft mit den Vertretern mancher islamischer Gemeinschaften. Und es überrascht nicht, dass eine solche Kampagne dabei herausgekommen ist. Eine Kampagne, die Muslime stigmatisiert und unter Generalverdacht stellt. Wer das Plakat sieht, bekommt unweigerlich den Eindruck, als seien alle Muslime bedrohlich und könnten jederzeit ins Extreme abrutschen.

Der Islamrat hat stets betont, dass Initiativen, die sich im Kontext der Muslime auf Sicherheitsaspekte konzentrieren, kein fruchtbarer Boden für konstruktives Zusammenarbeiten sind. So lange Muslime als potenzielle Gefahr dargestellt werden, so lange wird man auch Angst vor Muslimen schüren und Islamophobie stärken. So einleuchtend und logisch diese einfache Feststellung auch sein mag, umso trauriger ist es auch, dass sie offensichtlich nicht verstanden wird. Wir vermissen an dieser Stelle Vernunft und jegliche Weitsicht.

Wer Radikalisierung verhindern möchte, muss Vertrauen schaffen. Weder diese Plakataktion noch die tagtäglich zutage tretenden Einzelheiten über die NSU-Terroristen tragen aber dazu bei. Ganz im Gegenteil. Muslime fühlen sich zunehmend zu Unrecht verdächtigt, während der NSU-Skandal täglich neue Fragen aufwirft. Das Bundesinnenministerium ist gut beraten, seine ganze Kraft und Energie der lückenlosen Aufklärung des NSU-Terrors zu widmen und verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen, anstatt dieses durch plakative Aktionen noch weiter abzubauen.“

Presseerklärung: Plakataktion – Islamrat vermisst Vernunft und Weitsicht

31. August 2012

„Die Plakataktion des Bundesinnenministeriums ‚Vermisst‘ schafft Vorurteile und schürt Ängste gegenüber Muslimen. Das Ministerium sollte ihre Ressourcen und Mittel vielmehr für die Aufklärung des NSU-Skandals aufwenden“, so der Vorsitzende des Islamrats für die Bundesrepublik Deutschland, Ali Kızılkaya, anlässlich der am Freitag (24. August 2012) vorgestellten Plakataktion des Bundesinnenministeriums, die im Rahmen der „Initiative Sicherheitspartnerschaft“ initiiert wurde. Kızılkaya weiter:

„Auf großflächigen Plakaten suchen das Bundesinnenministerium und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge nach Muslimen, die in die Hände ‚religiöser Fanatiker und Terrorgruppen‘ abgedriftet sind. Die Bevölkerung wird aufgerufen sich bei einer Beratungsstelle zu melden, wenn Menschen aus ihrem Umfeld ebenfalls betroffen sind.

Das ist ein Ergebnis der vom Bundesinnenministerium initiierten Sicherheitspartnerschaft mit den Vertretern mancher islamischer Gemeinschaften. Und es überrascht nicht, dass eine solche Kampagne dabei herausgekommen ist. Eine Kampagne, die Muslime stigmatisiert und unter Generalverdacht stellt. Wer das Plakat sieht, bekommt unweigerlich den Eindruck, als seien alle Muslime bedrohlich und könnten jederzeit ins Extreme abrutschen.

Der Islamrat hat stets betont, dass Initiativen, die sich im Kontext der Muslime auf Sicherheitsaspekte konzentrieren, kein fruchtbarer Boden für konstruktives Zusammenarbeiten sind. So lange Muslime als potenzielle Gefahr dargestellt werden, so lange wird man auch Angst vor Muslimen schüren und Islamophobie stärken. So einleuchtend und logisch diese einfache Feststellung auch sein mag, umso trauriger ist es auch, dass sie offensichtlich nicht verstanden wird. Wir vermissen an dieser Stelle Vernunft und jegliche Weitsicht.

Wer Radikalisierung verhindern möchte, muss Vertrauen schaffen. Weder diese Plakataktion noch die tagtäglich zutage tretenden Einzelheiten über die NSU-Terroristen tragen aber dazu bei. Ganz im Gegenteil. Muslime fühlen sich zunehmend zu Unrecht verdächtigt, während der NSU-Skandal täglich neue Fragen aufwirft. Das Bundesinnenministerium ist gut beraten, seine ganze Kraft und Energie der lückenlosen Aufklärung des NSU-Terrors zu widmen und verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen, anstatt dieses durch plakative Aktionen noch weiter abzubauen.“